Findet man bei Ikea die perfekte und zugleich ganz individuelle Einrichtung? Kann ein neuer Esszimmertisch die gescheiterte Beziehung retten? Und was tun, wenn sich die tote Mutter so unverrückbar im eigenen Leben festsetzt wie der Staub in den Ritzen eines alten Holzschranks? In den tragikomischen Monologen von Ingrid Lausund werden wir genau mit diesen Fragen konfrontiert und manch ein Theaterbesucher – so viel sei verraten – wird sich beim Zusehen das ein oder andere Mal wiederfinden.
Zwischen Sofa und Esstisch schlummert der Stoff für aberwitzige Tragödien
Mit Humor und Scharfsinn erzählt die Theater- und Drehbuchautorin Ingrid Lausund (u. a. „Der Tatortreiniger“) in „Bin nebenan“ über die Sehnsucht nach einem funktionierenden Zuhause. Über Risse in der Fassade, Lebenslügen und Wohlstandneurosen. Ihre meisterhaft gezeichneten Figuren zeigen Seelen, die ihre Beziehungsunfähigkeit und Einsamkeit mit der möglichst perfekten Einrichtung der Wohnung bekämpfen und im übertragenen Sinne doch nie wirklich zu Hause sind, sondern, wie es der Titel sagt: nebenan. Nicht im Reinen mit sich und den Dingen. Auch wenn sie hartnäckig versuchen, sich das Gegenteil einzureden.
Die eigenen vier Wände als räumliches Immunsystem
Fünf Monologe hat Regisseurin Tanja Benecke aus der Buchvorlage ausgewählt und sie zu einer stimmigen Gesamtcollage in vier Episoden lust- und humorvoll inszeniert. Dabei lassen die häuslichen Anti-Helden, dargestellt von Gunnar Jargstorff, Caren Hodel, Kira Tschirner, Dirk Dera und Susanne Ganter, tief in ihr Seelenleben blicken.
Vorverkauf: LZ-Veranstaltungskasse, Tourist-Info und online unter www.rampenlicht-lueneburg.de